lächeln —)))

also—ä—ich mag ja hoettger nich soo

mir ist das alles zu rund und überall sind ziegel seltsam schräg vermauert – nirgends rechte winkel und ich liebe doch rechte winkel&beton ((und dann sollte das auch noch nordisch-über-deutsch sein in der schönend so genannten dunklen zeit ...)))))
ich war also erstmal eher skeptisch, als heinz mir verriet, wohin er helgas und seine kunstsammlung geben würde – lange war s ein geheimnis geblieben –––
also – : große kunstschau worpswede ––– (können die nicht ganz normal museum heißen) – manchmal ist mir worpswede einfach zu lodenmantelig ––

aber dann hat es sich ja doch als irgendwie ideal für die sammlung herausgestellt – überschaubare größe des hauses – nette/normale mitarbeiter/menschen (einige können sogar platt ...) – fast jährlich eine ausstellung zur übergabe eines weiteren teils der sammlung – dann gab s auch noch einen neu/ausbau von dem müller-menkens-teil des museums (der gefällt mir – schöön rechtwinklig))
– heinz konnte relativ sicher sein, dass die über jahre zusammengetragene sammlung nicht in irgendwelchen depots verschwindet – ((im gegenteil, es musste erstmal ein depot eingerichtet werden)) – – – also – – ein neues zuhause für helgas und heinz‘ sammlung! –––
––––––––– wir bleiben dran!! –––––––––

––––––––––––––––––

ich erkläre ihnen jetzt kurz, wie man zu so einer kunstsammlung kommt –
ist ganz einfach –
man braucht dafür aber auf jeden fall hühner –––
außerdem – ein trockenes plätzchen – zb. ein haus auf m land, nicht zu groß – nicht zu klein. das man dann vom spitzesten first bis zum hintersten flur über und über mit kunst behängen kann – über dem dielentor muss ein spruch geschnitzt sein, den man dann zu gegebenen anlässen schön veralbern kann : //wo der her (mit einem r) nicht das haus bauet so arbeiten umsonst die dar-anbauen usw.// ((dieses usw –––– !!))

– da liegt doch nahe: ?... –
//wo der heinz nicht die kunst sammelt so arbeiten umsonst die da anmalen usw// (tschuldigung: kalauer!)

zu den hühnern . . .
wenn heinz zu uns ins atelier kam, hat er manchmal aus irgendwelchen ecken einen zettel hervorgekramt und vorsichtig gefragt, was das wohl kosten solle oder auch sei –––
„ä – keine ahnung – wo hast du das denn her – zeig mal – oh das‘s ja ganz schön! – ä – also – weiß nich – was meinst du?“ leiser werdend – unsicherer – „n fuffi??“ ((heinzpreis!))
und dann die zettel getauscht –– niemals wurde gehandelt (bekritzelter gegen brauner. fuffis sind doch braun – oder??)
je nach saison, gab s manchmal noch n sixpac mit eiern von seinen hühnern – da kam man sich natürlich vor wie vangogh ((jedem künstler seinen postboten!!)) lange hab ich gedacht, ich wäre der einzig privilegierte – bis sich eines tages raus stellt, dass die geschichte mit den eiern (manchmal variiert zu kartoffeln/kirschen/äpfel-aus-m-garten) die kollegen auch gerne erzählen. ((heinzpreise hatten die auch))
dieter, glaub ich, kriegte eher kartoffeln ?? – die beiden haben sich mindestens einmal in der woche, manchmal täglich ne postkarte hin- und hergeschickt (facebook hatte heinz nämlich nicht ((dieter übrigens auch nicht))) – ich hab n paar von den karten gesehen und kann ihnen schon mal sagen – eine schöner als die andere

also –
es gibt menschen die sammeln, und es gibt menschen die sammeln nicht – ?? – (ich hab als kind mal angefangen streichholzschachteln zu sammeln – weil die nachbarsjungen das auch taten – bin aber über zwei nie hinausgekommen –)
heinz hat ja eigentlich alles gesammelt –– streichholzschachteln – briefmarken – radiergummies – telegrammklebepapierrollen
und kunst – überwiegend grafik – zeichnung – arbeiten auf papier – auch mal ne skulptur – jedes jahr zum hochzeitstag von helga und heinz konnte es was größeres sein (helga mochte lieber blau, heinz lieber rot – (na also!)) –
aber nie kaufen, nur weil es vielleicht irgendwann mal teurer werden könnte, es mußte ihnen gefallen, ihnen etwas sagen – seltsames kriterium ? – –
was manches ihnen gesagt haben wird, ist schwer zu beschreiben – aber wenn man die sammlung im zusammenhang sieht, kann man vielleicht etwas davon erahnen – denn obwohl die arbeiten und die künstler so sehr unterschiedlich sind, wird man einen roten faden erkennen können – –

a popo (achtung: kalauer!) grafik – auf meinem einzigen litho ever ist das plumpsklo von meinem sammler drauf – und das kam so –: eines sommertages waren wir alle bei helga und heinz eingeladen, und peter, der drucker in der ost-kunst-akademie gewesen war, hat ganz aus berlin einen lithostein mitgebracht – schön glatt geschliffen – (ist ne heidenarbeit) – und sagt : //zeichnet mal was drauf, ich druck das dann// – gesagt/getan – alle machen das, womit sie sich auskennen – zb. susi malt n einza muster – bodo irgend n längengrad, jens nichts weil fotograf ...... wer noch dabei war, hab ich vergessen ..... – und ich mach ne zeichnung von einer idyllischen ecke im garten: feigenbaum (echt – gibts da!) und –, wie sich rausstellt, das plumpsklo a.d. unter dem feigenbaum – angelehnt an den schuppen von helgas isländerpferden twistor und klaufi –

und dann gab s ja noch die druckerei unterm dach – zeitweise wegen vollgestellt für besucher gesperrt – ((manche haben sie nie gesehen – leider))
heinz hat manchmal ganze auflagen für künstler gedruckt und dann ein blatt dafür bekommen – ((künstler selber drucken ja immer nur ein exemplar – wenn s dann einigermaßen geworden ist, schreiben sie eins schrägstrich 25 drauf und packen s in die schublade)) ––– oft war zb. heini da (ein echter worpsweder künstler, linkshänder), ich glaub die beiden haben das gesamte hochdruck-grafische werk heinis da oben gedruckt. über jahre. wenn ich nicht so verdammt materialistisch wäre, würde ja auch mir die vorstellung sehr gefallen, sie haben sich jetzt irgendwo getroffen, darüber diskutierend, wie man diese oder jene grafik in noch anderer variation gedruckt hätte haben sollen . . .

viele geschichten werden ja zum ende hin ernster –
so leider auch diese ––––

als heinz gestorben war, hat seine nichte frau schumacher verwandte, nachbarn, kollegen und freunde eingeladen, um dem pastor für die trauerfeier ein paar informationen über heinz zu geben. wir sitzen also um den langen tisch bei heinz ((eigentlich alles wie immer)) und warten, dass er mit dem kaffee kommt
– – – er kommt aber nicht – – –
plötzlich entdecke ich, über der trauergruppe schwebend, ein leuchtend rotes signal
: : : ein wort ?! : : :

((schreibschrift, ca. 30 cm lang, kunststoff – das werk eines hamburger künstlers) – das hing da seit ein paar jahren ––– ))

— das wort LÄCHELN —

das war dann doch auch irgendwie sehr schön — — — — —


-------------------------------------

zum schluss noch ein paar glückwünsche –––––

— an die große kunstschau für den schönen, schön rechtwinkligen erweiterungsbau
— an uns alle, die wir heinz kennen durften und jetzt diese ausstellung aus seiner sammlung uns gleich ansehen können
— und an heinz – im voraus zum geburtstag, der nächste woche gewesen wäre,
((ich weiß – ich weiß – man darf nicht im voraus — aber da wo heinz jetzt ist, gilt die regel nicht mehr —

also — ä — nehme ich mal an ?!? —.

nicht gehaltene rede zur eröffnung einer ausstellung zum einjährigen todestag des kunstsammlers heinz dodenhof

other-q.com
impressum
datenschutz